Ernst gemeint: Dieser Post ist äußert depressiv. Bedürfnisse nach Entertainment werden hiermit wahrscheinlich nicht gedeckt. An alle Mutigen, die ihn dennoch lesen: Hut ab! Und gebt doch bitte ein kurzes Feedback dazu ab :)
Tagtäglich sitze ich hier.
Ich und mein PC Eva.
Wir zwei sitzen hier. Wir zwei durchzechen die Nächte. Ertrinken im Rausch der Milliarden Pop-Ups, Feeds und Posts, dir mir das Internet um den Kopf schmeißt wie Sternschnuppen.
Eva verkneift sich die Kommentare, wenn ich trübselig in den Bildschirm glotze.
Nicht, dass ich sie lange damit nerve! Nein, es sind Sekunden, Minuten, die vergehen bis ich aus dieser Starre erwache.
Zurück in die Realität. Zurück nach Stuttgart.
Hier, wo ich mich quäle, um allen zu gefallen. Hier, wo der Sinn sich nicht mit dem Zweck schneidet.
Wie ein verängstigtes Häschen möchte ich mich in meinem Bau verstecken.
In solchen Momenten teilen Eva und ich ein Bett. Ich krieche unter die Decke, ziehe mir den Fleecepulli, den ich meinem Vater geklaut habe, über und kuschele mit Mr. Slave, dem einzigen Kuscheltier dieser Erde, welches seinen eigenen Sklaven mit sich führt.
In meiner Welt aus Geborgenheit wünsche ich mir dann erwachsener zu sein.
Kein Kind, dass überfordert ist und dann muss ich mir doch eingestehen, dass noch ein langer Weg vor mir liegt.
Dennoch sitze ich hier.
Ohne den Fleecepulli. Nur Eva und ich. Und wir schreiben, denn auch DAS gehört zu meinen Abenteuern.
Niemand geht da raus und schafft es alle seine Hürden zu bewältigen.
Und so torkeln wir trunken durch eine paradoxe Welt auf der Suche nach uns selbst und dem Sinn des Lebens.
Für Gefühlsmenschen wie mich ist jede große Veränderung wie ein Schlag ins Gesicht und ist die Veränderung auch noch so positiv. Du bist high auf dem Gefühl der Freiheit und willst dir gleichzeitg die Hände zerkratzen vor Sehnsucht nach dem Gewohnten. Dich verändern, damit du alles bestehst. Dich häuten, damit all die Angst von dir fliegt.
Aber wir können uns nicht häuten.
Eva kriegt das besser hin als ich. Sie updatet sich einfach.
Aber ich kann kann kein Update machen. Ich muss mich weiterentwickeln.
Und so lächle ich fremde Menschen an, die wahrscheinlich kein Lächeln verdient haben.
Und sie stellen mich in ein anderes Licht, als ich es verdient habe.
Aber bald wird es soweit sein! Dann werde ich wieder meinen Mund aufreißen, meine Meinung sagen, nicht darauf achten, ob mich mein Gegenüber mag, meine Körperhaltung meiner Stimmung anpassen, nicht mehr so blöd lächeln und vorallem:
endlich meinen Frieden mit mir selbst finden.
Dieses endlose Zweifeln an mir selbst kann nicht der Weg sein. Das kann niemandes Weg sein!
Tagtäglich sitze ich hier.
Ich und mein PC Eva.
Schöpfe Kraft aus den lieben Worten von daheim, aus den positiven Erlebnissen, die mich auch hier begleiten, aus den kleinen Dingen des Alltags, die mich zum Schmunzeln bringen.
Hier ein Danke an Eva, die mich so wunderbar unterstützt in dieser Zeit (auch wenn ihr Akku langsam den Geist aufgibt).
Hoffnungsvoll betrachte ich die Zukunft und vertraue auf ein stärkeres, zuküntiges "Ich", dass mit viel Selbstvertrauen in diese turbulente Welt zieht und sich nicht unterkriegen lässt.
Aber bis dahin muss ich eben noch selbst an mir arbeiten, um irgendwann keine deprimierten Posts mehr auf meinem Blog zu hinterlassen. Eben ein wenig Leiden für ein dickeres Fell oder sich doch mal was trauen und auf die Nase fallen.
Denn nur so können wir erwachsen werden.
Auch wenn ich jetzt schon keinen Bock mehr habe ^^
Aber das Leben geht weiter und genauso wie meine durchzechten Internetsternschnuppennächte.
So ist das eben und nicht anders :)
Gruß und Kuss
Deddi